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Gemeinsam für ein Leben frei von Gewalt: Stimmen, die Gebiete in Kolumbien verändern

Jedes Jahr am 25. November, dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, erinnern wir daran, dass Millionen von Mädchen und Frauen weltweit Gewalt ausgesetzt sind, die ihre Freiheit, Würde und Lebenschancen einschränkt. In Kolumbien, wie in vielen anderen lateinamerikanischen Ländern, ist diese Gewalt eng mit historischen Ungleichheiten, bewaffneten Konflikten, mangelndem Zugang zu Dienstleistungen und der Normalisierung von Sexismus verknüpft.

Als Reaktion auf diese Situation arbeitet das Projekt „Gemeinsam – Stärkung der Rechte und der Selbstbestimmung von Mädchen und jungen Frauen“, das von Terre des Hommes Germany – ORLA in Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen durchgeführt wird, daran, strukturelle und gemeinschaftliche Veränderungen herbeizuführen, die ein Leben frei von Gewalt gewährleisten.

Das Projekt ist in zwei Prioritätsknotenpunkten aktiv: Montes de María (Bolívar) und Medellín. Es koordiniert sich mit Initiativen, die vom BMZ finanziert werden, sowie mit Organisationen wie Amiga Joven, Red Antorchas und der Plattform Tres Voces por la Paz.

Was genau macht das Juntas-Projekt?

Die Maßnahmen werden in fünf Phasen durchgeführt, die partizipative Forschung, kollektives Design, Gemeinwesenarbeit, territoriale Validierung und Interessenvertretung kombinieren. Zu den Hauptaktivitäten gehören:

  • Mobile Schulungen für Mädchen, Jungen und Jugendliche zu Geschlechtergleichstellung, nicht-hegemonialen Männlichkeitsbildern und Gewaltprävention.
  • Technische und pädagogische Stärkung lokaler Organisationen.
  • Kommunikations- und Sensibilisierungskampagnen.
  • Kreative Labore, überregionale Veranstaltungen und Netzwerke zur Förderung der Menschenrechte.
  • Emotionale Unterstützung und Beratung zu Schutzstrategien.

 

Das Projekt befasst sich mit Problemen wie sexueller Gewalt, Belästigung, Teenagerschwangerschaften, Ausbeutung, Vertreibung, mangelndem Zugang zu Hilfsangeboten und der kulturellen Normalisierung von Sexismus. Dabei wird ein intersektionaler, interkultureller und generationenübergreifender Ansatz verfolgt

Ergebnisse und Auswirkungen

Dank der *Juntas* stärken Mädchen und junge Frauen ihre Führungsqualitäten, erkennen Gewalt, fordern ihre Rechte ein und bauen Unterstützungs- und Interessenvertretungsnetzwerke auf. Es wurden außerdem Instrumente entwickelt, um Erkenntnisse zu dokumentieren, institutionelle Wege zu verbessern, einen kulturellen Wandel zu fördern und Hürden bei der Meldung von Vorfällen abzubauen.

Doch jenseits der Daten spiegeln die Stimmen der Teilnehmer die wahre Bedeutung des Projekts wider: Transformation, Widerstand und Hoffnung.

Nachfolgend präsentieren wir drei Erfahrungsberichte, die zeigen, wie Juntas das Leben und die Regionen beeinflusst.

Stimmen, die verändern

1. Alejandra Martínez, 16 Jahre alt – Gamero, Mahates (Bolívar)

Bevor Alejandra an dem Projekt teilnahm, wusste sie weder, dass sie Rechte hatte, noch wie sie die in ihrem Umfeld normalisierte Gewalt erkennen konnte. Dank Juntas hat sie ihr Selbstbewusstsein gestärkt, erkennt sichere Orte und träumt davon, in einer Welt ohne Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu leben.

Gemeinsam mit anderen Mädchen schreibt und singt sie Verse im Bullerengue-Rhythmus als Form des kollektiven Widerstands:

„Alle Mädchen wollen, dass es keine Gewalt mehr gibt… Freiheit, Freiheit, wir wollen Freiheit.“

2. Alejandra Ballestas, 25 Jahre alt – Pädagogin für Geschlecht und Protagonismus (Rote Antorchas)

Evitar unterstützt Mädchen, die in ihren Gemeinschaften normalisierter patriarchaler Gewalt ausgesetzt sind. Die Organisation betont, dass diese Mädchen dank des Projekts nun eine kritische Perspektive, sichere Räume zum Teilen ihrer Geschichten und Mittel zur Einforderung ihrer Rechte haben.

Kunst, traditionelles Wissen und gemeinschaftliche Fürsorge sind zu Mitteln geworden, um ihre Erfahrungen sichtbar zu machen und ihre Autonomie zu stärken.

3. Daniela Castañeda, 22 Jahre alt – Enciso, Medellín (Junge Freundin)

Für Daniela war Amiga Joven ein Zufluchtsort, an dem sie ihre persönliche Geschichte verarbeiten und verstehen konnte, dass viele Formen von Gewalt strukturelle Ursachen haben. Durch die Volksschule, kreative Workshops und psychologische Unterstützung entwickelte sie emotionale und politische Kompetenzen, die sie stärkten.

Ihr größter Wunsch ist es heute, als Begleiterin andere Mädchen und junge Frauen in ihren eigenen Transformationsprozessen zu unterstützen.

Eine dauerhafte Verpflichtung

Die drei Geschichten spiegeln den Kern des Juntas-Projekts wider: das Knüpfen von Netzwerken der Fürsorge, die Stärkung der Führungsqualitäten und die Schaffung von Wegen, damit alle Mädchen und jungen Frauen frei von Gewalt leben können.

Am 25. November bekräftigen wir unser Engagement, weiterhin gemeinschaftliche Prozesse zu unterstützen, die die Rechte von Mädchen und Frauen in Kolumbien verteidigen, und uns für gerechtere, sicherere und gleichberechtigtere Gebiete einzusetzen.