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Nationaler Konsens für Menschenrechte

Mehr als 150 Organisationen aus allen 25 Regionen Perus beteiligten sich an der Erarbeitung des Nationalen Konsenses für Menschenrechte. Dieser Prozess wurde vom Nationalen Koordinator für Menschenrechte initiiert und brachte in einem entscheidenden Moment für Peru unterschiedliche Stimmen zusammen.

Im Rahmen regionaler Dialoge und eines nationalen Treffens in Lima tauschten soziale Organisationen, indigene Gemeinschaften, Jugendgruppen, Gewerkschaften, feministische Bewegungen und territoriale Netzwerke ihre Anliegen und Vorschläge zur aktuellen politischen und sozialen Krise aus. Das Ergebnis ist eine gemeinsame Agenda, die dringende Forderungen aufgreift und eine klare Vision formuliert: die Stärkung der Demokratie und die Gewährleistung der Rechte aller.

Das Dokument beginnt mit einer gemeinsamen Diagnose: Die Schwächung der Demokratie, die Einschränkung des zivilgesellschaftlichen Handlungsspielraums, Unsicherheit und Straflosigkeit beeinträchtigen unmittelbar das Leben der Menschen, insbesondere derjenigen, die mit den größten Ungleichheiten konfrontiert sind. Als Antwort darauf schlägt der Konsens vor, unabhängige Institutionen zu stärken, eine von politischer Einflussnahme freie Justiz zu gewährleisten und Sicherheitspolitiken mit einem auf Rechten basierenden Ansatz zu fördern sowie den Opfern zu gedenken, ihnen Wiedergutmachung zu leisten und Menschenrechtsverteidiger zu schützen.

Sie bekräftigt außerdem die Rechte indigener und afro-peruanischer Völker, den Schutz der Umwelt, die Wasser- und Ernährungssouveränität und schlägt Maßnahmen vor, um echte Gleichstellung zu erreichen: die Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt, die Gewährleistung sexueller und reproduktiver Rechte, die Anerkennung der LGBTI+-Bevölkerung und den Schutz von Mädchen, Jungen und Jugendlichen sowie den Aufbau eines nationalen Betreuungssystems.

Der Konsens ist mehr als nur ein Dokument; er soll als Leitfaden für die Wahldebatte und künftige Regierungen dienen und die Menschenrechte in den Mittelpunkt öffentlicher Entscheidungen stellen. Seine Stärke liegt im kollektiven Charakter des Prozesses: einer breiten Mobilisierung, die verdeutlicht, dass die Verteidigung von Demokratie und Würde nicht Aufgabe eines einzelnen Sektors ist, sondern eine gemeinsame Verantwortung.

Terre des Hommes Deutschland schloss sich dieser gemeinsamen Initiative an, überzeugt davon, dass eine starke Demokratie die Beteiligung junger Menschen, den Schutz des zivilgesellschaftlichen Raums und eine auf Vielfalt basierende Politik erfordert. Die Unterstützung dieser Prozesse bedeutet die Förderung gerechterer, inklusiverer Gesellschaften, die die Menschenrechte achten.