Anhaltende Ungleichheit in Brasilien
Die Erholung des brasilianischen Arbeitsmarktes hat nicht allen Bevölkerungsgruppen gleichermaßen zugutekommen. Zwei aktuelle Studien des Multiakteurnetzwerks MUDE com Elas, basierend auf der kontinuierlichen nationalen Beschäftigungserhebung (drittes Quartal 2025), zeigen, dass junge schwarze Frauen (14–29 Jahre) die schlechtesten Indikatoren für die Integration in den Arbeitsmarkt aufweisen: hohe Arbeitslosenquoten, ein hoher Anteil informeller Beschäftigung, größere Entmutigung und die niedrigsten Einkommen des Landes.
Wichtigste Erkenntnisse
- Die Ausgrenzung beginnt früh: Im Alter zwischen 14 und 17 Jahren liegt die Arbeitslosenquote junger schwarzer Frauen bei 24,7 %.
- Anhaltende Lohnlücke: Das durchschnittliche Einkommen schwarzer Frauen beträgt etwa 46,5 % des Einkommens weißer Männer (eine Differenz von etwa 53 %).
- Größere Arbeitsplatzunsicherheit: Der Anteil informeller Beschäftigungsverhältnisse unter jungen schwarzen Frauen erreicht 39,1 % und stellt damit einen deutlichen Unterschied zu anderen Gruppen dar.
- Anhäufte Entmutigung: Schwarze Frauen stellen einen unverhältnismäßig hohen Anteil entmutigter Jugendlicher dar, insbesondere in der Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen.
- Territoriale Ungleichheit: Lohn- und Zugangsunterschiede konzentrieren sich in Peripherien und Ballungsräumen und reproduzieren so räumliche Ungleichheiten.
Was sagen diese Daten aus?
Die Ergebnisse bestätigen, dass eine makroökonomische Erholung strukturelle Ungleichheiten nicht beseitigt. Institutioneller und struktureller Rassismus, territoriale Segregation, ungleiche Zugangsnetzwerke und die unverhältnismäßige Belastung durch Pflegearbeit tragen gemeinsam dazu bei, Ausgrenzung und prekäre Beschäftigungsverhältnisse junger schwarzer Frauen zu reproduzieren. Daher sind integrierte politische Maßnahmen erforderlich, die über isolierte Einzelmaßnahmen hinausgehen.
Im Bericht dargelegte Empfehlungen und Vorschläge
Die Studien von MUDE com Elas schlagen die Förderung von Strukturierungs- und gezielten Maßnahmen vor: Unterstützung für den Verbleib in der Schule, Ausbau der Betreuungsdienste (Kindertagesstätten und Betreuungseinrichtungen), Ausbildungs- und Qualifizierungsprogramme für schwarze Jugendliche, Diversitätsziele und -verpflichtungen im Privatsektor, Anreize für die Formalisierung und territoriale Strategien zur Verbesserung der Chancen in Randgebieten.
Bedeutung für ORLa und nächste Schritte
Diese Erkenntnisse sind relevant für unsere Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen: Sie zeigen, wie sich geschlechtsspezifische und rassistische Barrieren von klein auf verbinden und verstärken. ORLa kann diese Erkenntnisse nutzen, um den sektorübergreifenden Dialog zu fördern, sich für intersektionale politische Maßnahmen einzusetzen und Interventionen zu entwickeln, die strukturelle Ungleichheiten abbauen und die produktive Integration junger schwarzer Frauen unterstützen.
Mehr erfahren und teilen
Lesen Sie die vollständigen Berichte und Notizen des Projekts MUDE com Elas auf der ORLa-Projektseite: latinoamerica.tdh.de/quienes-somos/programa-cono-sur/brasil/proyecto-mude-com-elas.
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Für weiterführende Informationen zu den Original-Presseartikeln und Analysen verweisen wir auf die am Ende aufgeführten Quellen.
Quellen
- Agência Brasil: „Desemprego unter jungen schwarzen Frauen Chega bei 24,7 %, Aponta-Studie“ Agencybrasil.ebc.com.br/direitos-humanos/noticia/2026-06/desemprego-entre-mulheres-negras-jovens-chega-a-247-aponta-estudo
- MUDE com Elas: „Desemprego recua in Brasilien: Mehr junge schwarze Frauen orientieren sich am Arbeitsmarkt und erhalten 53 % weniger“ mudecomelas.org.br/noticias/8/desemprego-recua-no-brasil-mas-jovens-negras-seguem-na-base-do-mercado-e-recebem-ate-53-less